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    Indexmiete berechnen

    Eine Indexmiete koppelt die Mietanpassung an den Verbraucherpreisindex (VPI). Erfahren Sie hier, wie die Indexmieterhöhung funktioniert, welche Formel gilt und wann eine Anpassung zulässig ist.

    RR
    Rudolf Ring

    Geprüfter Fachbeitrag · Immobilienanalyse & Steuern

    Veröffentlicht: 9.3.2026
    Inhaltsverzeichnis
    1. Was ist eine Indexmiete?
    2. Voraussetzungen für eine Indexmiete
    3. Formel: Indexmiete berechnen
    4. Rechenbeispiel
    5. VPI-Entwicklung der letzten Jahre
    6. Indexmiete vs. Staffelmiete vs. Vergleichsmiete
    7. Indexmiete in der Cashflow-Prognose

    Was ist eine Indexmiete?

    Eine Indexmiete ist eine Mietvereinbarung nach § 557b BGB, bei der die Miete an den Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamtes gekoppelt wird. Steigt der VPI, darf der Vermieter die Miete entsprechend anpassen – sinkt er, kann der Mieter eine Senkung verlangen.

    Die Indexmiete bietet beiden Seiten Planungssicherheit: Der Vermieter profitiert von einem inflationsgeschützten Mietertrag, der Mieter ist vor willkürlichen Erhöhungen geschützt, da nur die Indexentwicklung maßgeblich ist.

    Voraussetzungen für eine Indexmiete

    Damit eine Indexmietvereinbarung wirksam ist, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

    • Die Vereinbarung muss schriftlich im Mietvertrag festgehalten werden
    • Als Index darf ausschließlich der VPI für Deutschland verwendet werden
    • Die Miete muss mindestens ein Jahr unverändert bleiben, bevor eine Anpassung möglich ist
    • Der Vermieter muss die Änderung schriftlich mitteilen und die Indexentwicklung darlegen

    Wichtig: Bei einer Indexmiete sind andere Mieterhöhungen (z. B. auf die ortsübliche Vergleichsmiete) ausgeschlossen – mit Ausnahme von Modernisierungsmieterhöhungen bei energetischer Sanierung.

    Formel: Indexmiete berechnen

    Die Berechnung der neuen Miete erfolgt über die prozentuale Veränderung des VPI:

    Neue Miete = Ausgangsmiete × (neuer VPI ÷ alter VPI)

    Oder als Erhöhungsbetrag:

    Erhöhung = Ausgangsmiete × ((neuer VPI − alter VPI) ÷ alter VPI)

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    Rechenbeispiel

    • Ausgangsmiete: 1.000 € (vereinbart bei VPI-Stand 110,0)
    • Aktueller VPI: 118,8

    Neue Miete = 1.000 € × (118,8 ÷ 110,0) = 1.080 €

    Die Erhöhung beträgt 80 € bzw. 8,0 %.

    VPI-Entwicklung der letzten Jahre

    JahrVPI (Jahresdurchschnitt, Basis 2020 = 100)
    2020100,0
    2021103,1
    2022110,1
    2023116,7
    2024119,4
    2025ca. 122 (Prognose)

    Die hohe Inflation 2022/2023 hat zu deutlichen Indexmieterhöhungen geführt. Vermieter sollten prüfen, ob sie alle zulässigen Anpassungen geltend gemacht haben.

    Indexmiete vs. Staffelmiete vs. Vergleichsmiete

    KriteriumIndexmieteStaffelmieteVergleichsmiete
    GrundlageVPIFeste Beträge im VertragMietspiegel
    AnpassungBei VPI-ÄnderungAutomatisch nach ZeitplanAuf Verlangen des Vermieters
    MietpreisbremseGilt bei VertragsabschlussGilt bei VertragsabschlussGilt
    FlexibilitätInflationsschutzVorhersehbarMarktabhängig

    Für Kapitalanleger bietet die Indexmiete den besten Inflationsschutz, da die Miete automatisch mit der Preisentwicklung steigt.

    Indexmiete in der Cashflow-Prognose

    In der Cashflow-Berechnung sollten Sie die erwartete Inflationsrate als Mietsteigerung ansetzen, wenn eine Indexmiete vereinbart ist. ImmoAnalyse.Pro berücksichtigt dies in der Langfrist-Prognose: Bei einer angenommenen Inflation von 2 % p. a. steigt die Miete jährlich um diesen Wert.

    Die Indexmiete beeinflusst auch direkt die Mietrendite. Je höher die Inflation, desto stärker steigt die Miete – und damit die Rendite.

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    VPI-Referenzwerte (2020 = 100)

    2020

    100

    2021

    103.1

    2022

    110.1

    2023

    116.7

    2024

    119.4

    2025

    121.6

    Quelle VPI: Statistisches Bundesamt (Destatis), Verbraucherpreisindex. Alle Angaben ohne Gewähr.