Immobilienanalyse-Features: Deal-Score, Bewertung & Renditeberechnung

Umfassende Analyse-Tools für Immobilieninvestoren: Deal-Score, Ertragswertverfahren nach ImmoWertV, bankfähige Bewertung, Rendite- und Cashflow-Berechnung. Immobilien fundiert analysieren und bessere Investitionsentscheidungen treffen.
Welche Kennzahl für welche Entscheidung?
| Frage | Primäre Funktion | Typische Entscheidung |
|---|---|---|
| Ist das Objekt grundsätzlich interessant? | Deal-Score + Schnellanalyse | Vorqualifizieren oder früh aussortieren. |
| Ist der Angebotspreis marktgerecht? | Vergleichswert (Hedonik) | Preisniveau prüfen und Verhandlungsbasis ableiten. |
| Ist das Objekt als Kapitalanlage tragfähig? | Ertragswert + Cashflow | Laufende Tragfähigkeit und Risiko bewerten. |
| Wie robust ist das Investment langfristig? | Langfrist-Prognose + Szenarien | Strategie vergleichen (halten, erhöhen, modernisieren). |
Deal-Score
Der Deal-Score ist eine Gesamtbewertung von 0–100 Punkten, die auf bis zu 12 Einzelkriterien basiert. Er gibt Ihnen auf einen Blick eine Einschätzung, wie attraktiv ein Investment ist.
Bewertungskriterien
- Brutto-Rendite — Jahresmiete ÷ Kaufpreis
- Netto-Rendite — Unter Berücksichtigung aller Nebenkosten
- Cashflow — Monatlicher Überschuss nach Finanzierung
- Preis pro m² — Vergleich mit regionalen Marktdaten
- Mietpotenzial — Differenz Ist-Miete vs. Mietspiegel
- Zustand & Baujahr — Risiko durch Alter und Zustand
Interpretation: Der Score dient als Priorisierungshilfe, nicht als isolierte Kaufentscheidung. Prüfen Sie Objekte mit gutem Score zusätzlich über Ertragswert, Lageanalyse und Szenarien.
⚙️ Anpassbar
Die Score-Schwellen (Gut / Mittel / Aussortieren) können unter Einstellungen → Score-Schwellen individuell konfiguriert werden.
Ertragswertverfahren
Das Ertragswertverfahren nach ImmoWertV berechnet den Wert einer Immobilie auf Basis der erzielbaren Erträge. ImmoAnalyse.Pro unterstützt drei Varianten:
- Vereinfachtes Verfahren — Rohertragsfaktor × Reinertrag
- Vollständiges Verfahren — Mit Vervielfältiger, Bodenwert und Restnutzungsdauer
- Regulatorisches Verfahren — Exakt nach ImmoWertV-Vorgaben
Die Eingangsdaten (Liegenschaftszinssatz, Bodenwert, Bewirtschaftungskosten) werden automatisch aus den Grundstücksmarktdaten geladen oder können manuell überschrieben werden.
Praxis-Hinweis: Wenn mehrere Eingabewerte unsicher sind (z. B. Miete, Instandhaltung, Zinssatz), rechnen Sie mindestens zwei Varianten (konservativ / realistisch), um die Bandbreite der Tragfähigkeit zu sehen.
Vergleichswertverfahren (Hedonik)
Das hedonische Preismodell schätzt den Marktwert anhand vergleichbarer Transaktionen in der Region. Es nutzt statistische Regression auf Basis von:
- Wohnfläche, Baujahr, Haustyp
- PLZ-Region und lokale Preisdaten
- Ausstattungsmerkmale (sofern verfügbar)
Die Modellgüte (R²) zeigt, wie zuverlässig die Schätzung ist. Ab R² < 0.3 wird ein Median-Fallback verwendet.
Interpretation der Modellgüte: Höhere R²-Werte bedeuten eine stabilere Ableitung. Bei niedriger Güte sollten Sie den Vergleichswert als Orientierungswert behandeln und stärker mit Ertragswert, Lage und Zustand gegenprüfen.
Cashflow-Analyse
Die Cashflow-Analyse zeigt Ihnen den monatlichen Überschuss (oder Unterdeckung) nach Abzug aller Kosten:
- Mieteinnahmen (Ist oder prognostiziert)
- Abzüglich: Hausgeld, Instandhaltungsrücklage, Verwaltungskosten
- Abzüglich: Finanzierungsrate (Zins + Tilgung)
- Ergebnis: Monatlicher Cashflow vor/nach Steuern
Daumenregel: Ein leicht positiver Cashflow kann bei sehr solider Lage sinnvoll sein, ein stark negativer Cashflow sollte dagegen nur mit klarer Aufwertungsstrategie akzeptiert werden.
Langfrist-Prognose
Die Langfrist-Prognose simuliert die Vermögensentwicklung über 10–30 Jahre unter Berücksichtigung von:
- Wertsteigerung (konfigurierbar, z.B. 1–2% p.a.)
- Mietsteigerung
- Tilgungsverlauf und Restschuld
- Kumulierter Cashflow und Gesamtrendite
Für belastbare Aussagen sollten Sie konservative Annahmen starten und dann Szenarien mit optimistischen Parametern danebenlegen.
Lageanalyse
Die automatische Lageanalyse nutzt OpenStreetMap-Daten, um die Umgebung der Immobilie zu bewerten:
- Infrastruktur — Entfernung zu Bahnhof, Autobahn, Stadtzentrum
- Nahversorgung — Supermärkte, Apotheken, Ärzte, Schulen im Umkreis
- ÖPNV — Nächste Haltestellen und Verbindungen
- Leerstandsquote — Zensus-Daten zur regionalen Wohnungsleerstandsquote
Die Lageanalyse ergänzt die Zahlenmodelle: schwache Mikrolage kann gute Kennzahlen langfristig relativieren, während starke Mikrolage moderate Kennzahlen stabilisieren kann.
Mietspiegel
ImmoAnalyse.Pro unterstützt die Verwaltung eigener Mietspiegel-Tabellen. Diese können manuell eingegeben, per PDF hochgeladen oder aus der Community-Bibliothek übernommen werden.
Basierend auf Baujahr, Wohnfläche und Ausstattung wird automatisch die ortsübliche Vergleichsmiete ermittelt. Dies ist die Grundlage für die Mietpotenzial-Analyse.
Szenarien / Cases
Mit der Szenarienplanung können Sie verschiedene Strategien für ein Angebot durchspielen und vergleichen:
- Mieterhöhung — Auswirkung einer Anhebung auf Mietspiegel-Niveau
- Modernisierung — Kosten und Mietsteigerung durch Modernisierung
- Kombination — Mehrere Maßnahmen in einem Szenario
Die Ergebnisse werden als Delta zum Basisszenario dargestellt und können nebeneinander verglichen werden.
Pipeline
Die Pipeline bietet eine Kanban-Ansicht zur Verwaltung Ihrer Deals. Angebote durchlaufen Phasen wie:
- Neu → In Prüfung → Besichtigung → Verhandlung → Gekauft / Aussortiert
Für jedes Angebot können Aktivitäten, Aufgaben und Notizen erfasst werden, um den Fortschritt transparent zu dokumentieren.
Denkmalschutz (§ 7i / § 7h EStG)
Sowohl im Angebot als auch in Portfolio-Objekten lässt sich der Denkmalstatus strukturiert erfassen (Baudenkmal § 7i, Sanierungsgebiet § 7h, Denkmalumgebung, vermutet ohne Bescheinigung). Der Status wirkt automatisch auf mehrere Ebenen:
- Ertragswert: Liegenschaftszins steigt additiv um den Denkmal-Aufschlag (Standard +0,3 PP MFH/WGH, +0,2 PP ETW), Bewirtschaftungskosten multiplikativ +15 %.
- Denkmal-AfA: Sanierungspositionen mit „§ 7i/§ 7h"-Markierung werden mit 9 % p.a. (Jahre 1–8) und 7 % p.a. (Jahre 9–12) abgeschrieben. Start = Abschlussjahr der Position, optional per Property-Override.
- 15-%-Regel: Bescheinigte Denkmal-Positionen sind aus § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG ausgenommen und werden in der 15-%-Karte separat ausgewiesen.
- Vergleichswert-Pool: Objekte mit aktivem Denkmalstatus fließen weder über Felder noch über Text-Heuristik in den Hedonik-Pool ein.
- Auto-Erkennung beim Import: IS24- und Kleinanzeigen-Importe setzen bei einschlägigen Stichworten den Status auf „vermutet, ohne Bescheinigung". Der Nutzer bestätigt und ergänzt die Bescheinigungs-Daten.
Empfohlene Analyse-Reihenfolge
- Screening: Deal-Score, Preis/m² und erste Lageindikatoren prüfen.
- Tragfähigkeit: Ertragswert plus Cashflow mit realistischen Kosten rechnen.
- Marktabgleich: Vergleichswert und Modellgüte bewerten.
- Strategie: Szenarien (Mieterhöhung/Modernisierung) durchspielen.
- Prozess: Entscheidung in der Pipeline dokumentieren und nächste Aktivität planen.
Wichtige Grenzen der Auswertung
- Die Berechnungen sind Entscheidungsunterstützung und ersetzen kein Verkehrswertgutachten.
- Ergebnisse hängen stark von Datenqualität und Vollständigkeit der Eingaben ab.
- Lokale Sonderfaktoren (Denkmalschutz, Mikrolage, bauliche Risiken) müssen manuell geprüft werden.
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