Grundbuchauszug: Kosten, Beantragung & Inhalte
Der Grundbuchauszug ist ein zentrales Dokument beim Immobilienkauf. Erfahren Sie hier, was ein Grundbuchauszug kostet, wie Sie ihn beantragen und welche Informationen er enthält.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Grundbuchauszug?
Ein Grundbuchauszug ist eine amtliche Abschrift aus dem Grundbuch, das beim zuständigen Amtsgericht (Grundbuchamt) geführt wird. Er dokumentiert die rechtlichen Verhältnisse eines Grundstücks: Eigentümer, Belastungen, Grundpfandrechte und Beschränkungen.
Für Immobilieninvestoren ist der Grundbuchauszug unverzichtbar: Er zeigt, ob Belastungen wie Grundschulden, Wegerechte, Nießbrauch oder Baulasten eingetragen sind, die den Wert oder die Nutzbarkeit der Immobilie einschränken.
Kosten für einen Grundbuchauszug
Die Gebühren sind bundesweit einheitlich durch die Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) geregelt:
| Art | Kosten |
|---|---|
| Unbeglaubigter Grundbuchauszug | 10 € |
| Beglaubigter Grundbuchauszug | 20 € |
| Elektronischer Abruf (online) | 8 € (unbeglaubigt) |
Zusätzliche Kosten können anfallen, wenn Sie den Auszug über einen Notar oder einen Online-Dienst beantragen. Notare berechnen in der Regel eine zusätzliche Gebühr für die Beantragung und Weiterleitung.
Wer darf einen Grundbuchauszug beantragen?
Nicht jeder kann Einsicht in das Grundbuch nehmen. Ein berechtigtes Interesse ist erforderlich (§ 12 GBO). Berechtigt sind u. a.:
- Eigentümer des Grundstücks
- Kaufinteressenten mit konkretem Erwerbsinteresse (z. B. Nachweis durch Maklerexposé)
- Banken im Rahmen einer Finanzierungsprüfung
- Notare für die Kaufvertragsgestaltung
- Gläubiger mit eingetragenen Rechten
Ohne berechtigtes Interesse verweigert das Grundbuchamt die Einsicht.
Beantragungswege
1. Persönlich beim Grundbuchamt
Sie gehen zum zuständigen Amtsgericht und beantragen den Auszug direkt. Vorteil: Sofortige Auskunft bei einfachen Anfragen. Nachteil: Öffnungszeiten und Wartezeiten.
2. Schriftlich (Post, Fax, E-Mail)
Ein formloser Antrag mit Angabe der Grundbuchblattnummer oder der Adresse des Grundstücks genügt. Der Auszug wird per Post zugestellt (Bearbeitungszeit: 1–2 Wochen).
3. Online über das Grundbuchportal
Einige Bundesländer bieten einen elektronischen Grundbuchabruf an. Voraussetzung ist meist eine Registrierung und Identifizierung. Der Abruf kostet 8 € und ist sofort verfügbar.
4. Über den Notar
Beim Immobilienkauf besorgt der Notar den Grundbuchauszug im Rahmen der Kaufvertragsvorbereitung. Die Kosten werden in der Notarrechnung ausgewiesen.
Inhalt eines Grundbuchauszugs
Ein Grundbuchauszug gliedert sich in drei Abteilungen:
Abteilung I – Eigentumsverhältnisse: Wer ist Eigentümer? Wann wurde das Eigentum übertragen?
Abteilung II – Lasten und Beschränkungen: Wegerechte, Wohnrechte, Nießbrauch, Vormerkungen, Sanierungsvermerke, Baulasten (Achtung: Baulasten stehen im Baulastenverzeichnis, nicht im Grundbuch).
Abteilung III – Grundpfandrechte: Grundschulden, Hypotheken – also die eingetragenen Sicherheiten für Bankdarlehen.
Grundbuchauszug beim Immobilienkauf – Checkliste
Vor dem Kauf sollten Sie folgende Punkte im Grundbuchauszug prüfen:
- Stimmt der Verkäufer mit dem eingetragenen Eigentümer überein?
- Sind Grundschulden eingetragen, die gelöscht werden müssen?
- Bestehen Wegerechte, Wohnrechte oder Nießbrauch, die die Nutzung einschränken?
- Gibt es Vormerkungen (z. B. Auflassungsvormerkung eines anderen Käufers)?
- Ist ein Erbbaurecht eingetragen?
ImmoAnalyse.Pro weist in der Due-Diligence-Checkliste automatisch auf die Prüfung des Grundbuchauszugs hin.
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